Sicherheit im Schulumfeld

Projekt SAFE zur Erhöhung der Sicherheit im Schulumfeld
SAFE

Das Ziel des Forschungsprojekts „SAFE – Wir schaffen Raum für ein sicheres Schulumfeld“ ist es, an fünf ausgewählten Pilot-Standorten in ganz Österreich sichere Wege für Kinder zu schaffen und ein selbstständiges Bewältigen des Schulweges zu fördern. Zu den Pilot-Standorten zählt auch die Volksschule Langenzersdorf.
Dazu fanden im Schuljahr 2024/2025 verschiedene Analyse- und Erhebungsarbeiten statt, und es wurde ein eigener „Mobilitätsrat“ gegründet. Im Mobilitätsrat treffen sich Vertreter:innen der Schule (Direktion), Eltern, Anrainer:innen sowie der Marktgemeinde Langenzersdorf, um neue Lösungen für einen sicheren Schulweg zu finden und zu diskutieren. Im Schuljahr 2025/2026 sollen nun konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Schulumfeld probeweise umgesetzt werden.
Das Projekt SAFE wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) sowie dem Klima- und Energiefonds gefördert.

Projektablauf SAFE

In der Analysephase haben insgesamt 173 Personen aus den verschiedenen Stakeholdergruppen (Eltern, Schulpersonal, Anrainer:innen, Schüler:innen und Vertreter:innen der Marktgemeinde Langenzersdorf) beim Projekt SAFE mitgemacht. Es gab unter anderem eine zielgruppenspezifische Online-Befragung, Workshops mit Volksschulklassen und Interviews mit Gemeindevertreter:innen.

Im eigens eingerichteten Mobilitätsrat nahmen 10 Personen an der 1. Sitzung und 14 Personen an der 2. Sitzung teil. Darunter waren Vertreter:innen der Schule (Direktion), des Elternvereins, Anrainer:innen, der Marktgemeinde Langenzersdorf sowie des NÖ Regional Mobilitätsmanagements.

Wie lässt sich die Lage um die Volksschule heute beschreiben?

Die Situation im Umfeld der Volksschule spiegelt ein bekanntes Phänomen wider: Der Großteil der Schulkinder wird morgens von den Eltern mit dem Auto in die Schule gebracht. Durch die große Zahl an Elterntaxis entsteht im Schulumfeld eine hohe Verkehrsbelastung, was wiederum zu unübersichtlichen Zuständen im Straßenraum und großem Unmut bei den Anrainer:innen führt. Umgekehrt geben Eltern an, aufgrund der Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder (u.a. durch das hohe Verkehrsaufkommen), diese nicht selbstständig mit Rad, Roller oder zu Fuß in die Schule zu schicken.

Was wurde in der Analyse im Detail herausgefunden?

Etwa 5 von 6 Kindern wohnen weniger als 2 km von der Volksschule entfernt. Die Nähe der Wohnorte zur Schule bietet eine sehr gute Voraussetzung für die aktive Mobilität, sprich, dass Kinder zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad oder Roller zur Schule kommen. Derzeit kommen aber teils weit über die Hälfte der Kinder mit dem Auto in die Schule.

Die große Zahl an „Elterntaxis“ führt zu einer hohen Verkehrsbelastung der Anrainer:innen im Schulumfeld. Darüber hinaus entstehen dadurch aber auch für Kinder, die nicht mit dem Auto in die Schule gebracht werden, gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Über die Hälfte der befragten Eltern gibt an, dass „zu viele Autos“ ein Problem am Schulweg ihres Kindes darstellen.

Außerdem fällt auf, dass bislang nur wenige Kinder eigenständig in die Schule kommen. Nach Angaben der befragten Eltern werden über drei Viertel der Kinder regelmäßig von einem Erwachsenen in die Schule gebracht. Das liegt vor allem an der hohen Zahl an Elterntaxis. Aber auch Fußwege oder Rollerfahrten werden zu einem nennenswerten Teil nicht eigenständig zurückgelegt. Das Erlernen der eigenständigen Mobilität und das Einschätzen von Gefahren im Straßenverkehr zählt aber zu einem wichtigen Entwicklungsschritt im Volksschulalter.

Welche konkreten Maßnahmen wurden/werden gesetzt?

Ab dem 8. September 2025 startet vor der Volksschule Langenzersdorf ein Probebetrieb als „Schulstraße“, um den Bereich vor Schulbeginn verkehrstechnisch zu beruhigen und die Sicherheit der Schulkinder zu erhöhen.
In der Zeit von 7:30 bis 8:15 Uhr ist die Zufahrt für den motorisierten Verkehr– mit Ausnahme von Anrainer:innen, Linienbussen, Einsatzfahrzeugen und durch einen Behindertenausweis gekennzeichneten Fahrzeugen – nicht möglich.
Weitere Details zum "Probebetrieb als Schulstraße inkl. ursprünglicher Verordnungen": hier

Die Schulstraße beginnt an der Kreuzung Schulstraße/Untere Kirchengasse und wird mit Schulweglots:innen abgesichert. Die einfahrtberechtigten Fahrzeuge dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit (5 km/h) fahren, dies gilt auch für Fahrräder. Im Bereich der verordneten Schulstraße dürfen sich Fußgänger:innen auf der Fahrbahn aufhalten. Daher ist besondere Vorsicht geboten, um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Im Rahmen des Webinars am 3. September wurden interessierte Eltern und Bürger:innen über die geplante Schulstraße vor der Volksschule Langenzersdorf informiert. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir in einem Dokument für Sie zusammengefasst: Fragen & Antworten "Schulstraße"

ein Plan einer SchuleAuf Basis dieser Erfahrungen wurden – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung – folgende Änderungen umgesetzt:

  • Reduktion der Geltungszeit der Schulstraßenverordnung und Elternhaltestellen auf 7:30 bis 8:00 Uhr (bisher 7:30 – 8:15 Uhr)
     Die Beobachtungen haben gezeigt, dass der Bringverkehr zur Schule verlässlich um kurz vor 8 Uhr endet. Somit kann das Ende der Geltungszeit der Schulstraße von bisher 8:15 auf 8:00 verkürzt werden.
  • Änderung der Elternhaltestellenverordnung auf ein Halte- und Parkverbot (bisher nur Parkverbot)
     Eine Herausforderung im aktuellen Probebetrieb war die Verfügbarkeit der Elternhaltestellen. Die Elternhaltestellen sollen ein sicheres Aussteigen der Kinder ermöglichen, damit diese die letzten Meter zur Schule alleine gehen können. Diese wurden jedoch regelmäßig trotz bewusstseinsbildenden Maßnahmen als Parkplatz genutzt. Das betraf besonders die stark genutzten Haltestellen in der Andreas-Hoferstraße und Friedhofstraße. 
  • Anpassung der Elternhaltestellen 
     Standort Hohlfeldergasse wird aufgelassen, Standort Schulstraße wird von 4 auf 2 Stellplätze reduziert.

Weitere Details zur "Optimierung inkl. aktueller Verordnungen": hier

Schulwegplan Volksschule

Der Schulweg ist oft der erste Weg, den Kinder alleine zu Fuß zurücklegen. Das macht nicht nur Spaß und ist gesund, sondern reduziert auch die Pkw-Fahrten im Schulumfeld. Es ist uns ein großes Anliegen, dass unsere Kinder sicher in die Schule und nach Hause kommen. Eine Maßnahme zur Erhöhung der Schulwegsicherheit ist ein Schulwegplan, der sichere Fußwege zur Volksschule zeigt und Eltern beim Schulwegtraining mit Ihren Kindern unterstützt.
Deswegen haben wir zusammen mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) einen Schlwegplan entwickelt, der sichere Fußwege zur Volksschule Langenzersdorf zeigt und Eltern beim Schulwegtraining mit Ihren Kindern unterstützt.
Schulwegplan Langenzersdorf

SchulGehBus in Langenzersdorf

Der SchulGehBus bringt Kinder sicher, gesund und gemeinsam zur Volksschule Langenzersdorf. Entlang festgelegter Routen mit Haltestellen schließen sich die Kinder zu Fußgruppen an und werden von Begleitpersonen unterstützt. So lernen sie sicheres Verhalten im Straßenverkehr, bewegen sich an der frischen Luft und entlasten gleichzeitig die Verkehrssituation rund um die Schule.
SchulGehBus

Schulbus Linie 856 (VOR)

Den aktuellen Plan der Linie 856 finden Sie hier: Fahrplan